A Dog´s Life

In vielen Ländern ist der Umgang mit Tieren ein ganz anderer als wir es von Zuhause gewohnt sind. Das war einer der Dinge, die wir sehr schnell gelernt haben. Aber warscheinlich auch schon jeder einmal im Urlaub mitbekommen hat. Vorallem Hunde sind in manchen Kulturen deutlich weniger angesehen als wir es gewohnt sind. Es wird getreten, mit Steinen geworfen und geschlagen. Oft, weil die Menschen Angst haben, sie es nicht anders gelernt haben oder es viel zu viele Hunde überall gibt.

Es gibts Tausende Organisationen die sich um Straßenhunde aller Welt kümmern und jeder, der schon mal etwas weiter weg war, hätte sich im Urlaub betstimmt schonmal am liebsten einen der süßen Streuner unter den Arm gepackt und mitgenommen.

In Vietnam sahen wir schon verängstigte, ausgehungerte Hunde oder zum essen geschlachtete Hunde. Das war hart. Ander Länder, andere Sitten.

In Marokko aber, war es ein Taxi, was vor uns einen Hund anfuhr, was uns sprachlos machte. Der Taxifahrer stieg aus, guckte nach seinem Auto und lies den Hund auf der Straße sitzen. Der Hund war noch bei vollem Bewusstsein als wir anhielten, aber sein Hinterteil war komplett zertrümmert. Er schleppte sich unter Schmerzen an den Straßenrand und sah so hilflos aus. Wir wussten nicht was wir machen sollten. Zu viert überlegten wir hin und her, telefonierten mit Freunden in Deutschland und entschieden. Es gibt zwar Tierärtzte in Marokko, aber was hätten sie gemacht, wenn wir mit einem, in deren Augen, unnötigem Tier angekommen wären. Vorallem, fügen wir dem Hund, der nie gute Erfahrungen mit Menschen gemacht hat und jetzt unter schweren Schmerzen leidet, nochmehr Schaden zu, wenn wir ihn in ein Auto legen und in die nächste Stadt fahren? Und überhaupt, wird ihm geholfen?

Wir entschieden uns dafür, seinem Leiden an Ort und Stelle ein Ende zu setzen. Ohne Stress und schnell. Es war so schrecklich, aber wir wussten, dass es das Einzige ist was wir tun konnten.

Das ist jetzt 3 Jahre her, aber vergessen haben wir es nicht.

Neuseeland ist in vielen Teilen, dem Europäischen Leben sehr nahe. Die Standarts sind die Gleichen und auch die Menschen ähneln sich sehr. Doch auch hier gibts wieder ein Paar unterschiede was die Hundehaltung, bzw. der Stand der Hunde angeht, die nicht nur als Haustier gehalten werden. Da es hier viel mehr Landwirtschaft gibt, gibt es auch mehr Arbeitshunde. Die Hunde haben Aufgaben, die sie erfüllen müssen. Was generell gut ist. Natürlich werden die Hunde nicht ständig betüddelt und gestreichelt, schlafen draußen und fahren hinten auf den Trucks mit. Alles ok, der Hund ist ein Arbeitstier und damit auch ein Werkzeug.

So kam es, dass sich unser Vermieter vor 3 Wochen einen Hund als „Breeding Bitch“ und Farmhund zugelegt hat. Eine Woche später waren wir zusammen zum Schafescheren und der Hund war natürlich dabei. Sie hat sich super gemacht, dafür das sie noch nie Schafe getrieben hat, machte sie einfach was sie für richtig hielt und das sah ziemlich professionell aus.

Dann ist sie, beziehungsweise hatte sie vor über einen Zaun zu springen. Leider blieb sie dabei mit ihrem Hinterlauf zwischen dem oberen und dem zweiten Brett hängen. Fritz befreite sie aus dem Zaun, was für sie aber schon sehr schmerzhaft zu sein schien. Kurz darauf versuchte sie trotzdem schon wieder ihr Bein zu belasten und zu strecken. Also dachte wir, es wird wieder.

 Am Abend war es aber leider immernoch nicht besser und sie brachten sie zum Tierarzt.

Ein paar Stunden später war klar, dass es ein Kreuzbandriss ist und sie auf jeden Fall operiert werden muss. Das ganze sollte dann 3500 Dollar kosten…

Unser Vermieter hatte vorher schon Andeutungen gemacht, aber jetzt war für ihn klar, dass er das nicht bezahlen würde. Er griff seine Schlüssel und sagte „Ich hole sie ab und dann muss ich sie erschießen. Das kann ich mir nicht leisten, sie ist ein Arbeitshund.“

Er ist wirklich ein guter Mensch und vielleicht hätte er gezahlt wenn er gekonnt hätte, aber so war es für ihn nicht machbar.

Wir standen also wieder kurz davor zu sehen, wie ein Hund stirbt.

Natürlich ist es viel Geld und das für einen Hund, zu dem man kaum eine Verbindung aufgebaut hat. Der eigentlich zum Arbeiten und Vermehren gedacht war. Also konnten wir es aus seiner Sicht verstehen. Aber nicht aus unserer…

Nicht schon wieder ein toter Hund, vorallem nicht hier, wo geholfen werden kann und der Hund wieder völlig gesund werden kann. In Marokko gab es keine ander Möglichkeit, hier aber schon.

So entschieden wir uns dafür, zu zahlen. Wir zahlen für die OP und dann ist der Hund uns. Viel Geld, aber wir haben schon Geld für dümmeres Ausgegeben und für ein Leben, ist es das Wert.

Die OP verlief gut und nach einer Woche beim Tierarzt durften wir sie abholen.

Wir dürfen euch also jetzt unser neues Familienmitglied vorstellen.

Das ist FLOW. Eine 2 Jährige Australian Kelpie Hündin. Super schlau, leise schnarchend und kuschelbesessen (jetzt wo sie weiß, dass es das auch gibt)

Wir wollten beide immer einen Hund, aber eigentlich nicht solange wir reisen und unser Leben so unstetig ist. Auch für uns ist es viel Geld und an die Kosten für einen Transport nach Deutschland wollen wir noch garnicht denken. Aber schon jetzt wissen wir, dass wir uns nie wieder trennen können und auch Flow hat sich in der Woche bei uns im Bus schon voll an ihren Platz und uns gewöhnt. Wir dürfen natürlich noch keine ausgiebigen Spaziergänge machen und müssen uns stattdessen um Physio und Massagen kümmern. Aber das lässt sie ganz selbstverständlich machen und ihr Bein sieht schon viel besser aus.

Wir freuen uns schon sehr darauf endlich mit ihr trainieren zu dürfen, am Strand entlang zu laufen und sie auszupowern!

 

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