Teil 3: Fjordland

 Te Anau

Te Anau war die erste etwas größere Stadt nach locker 2 Wochen im Off. Was wir aber absolut nicht schlecht fanden,  denn nach der ganzen Zeit in Dunedin, war es irgendwie auch schön mal nicht immer erreichbar zu sein.

Te Anau stellte sich dann zwar als sehr touristische Stadt herraus, aber irgendwie auch als cool. Es gab unglaublich viel leckeres Essen, wofür wir noch Tage gebraucht hätten um alles auszuprobieren. Aber naja, wir hatten die berühmten Pies bei Miles Better Pies, Bun Bao Burger, Eis und waren abends zu Livemusic endlich nochmal ein paar Bier trinken. Ansonsten waren wir natürlich im Supermarkt und haben erstmal aufgestockt um die nächste Woche zu überbrücken. Denn es sollte richtung Milford Sounds gehen.

Te Anau ist quasi der Einlass zur Milford Sound Road. Diese führt durch Eine wunderschöne Landschaft bis zu den Sounds und wieder zurück, ja genau, wieder zurück. Denn es gibt nur diese eine Straße. Alternativ könnte man den Routeburn Track laufen um nach drei Tagen auf der Andersen Seite der Berge in Glenochy wieder herraus zu kommen. Da aber Fritz nicht so gerne wandert (Beine sind zum Fahren da), kam das nicht in Frage.

Alles aufgefüllt und aufgestockt, machten wir uns also auf unsere Reise zu den Sounds. Schon nach ca. 30 km kamen wir an einen wunderschönen Platz direkt am Wasser und hätten dort im Grunde gleich stehen bleiben können…aber wir waren ja grade erst los.

Also weiter.

Ich hatte mir schon vorher einen kleinen Plan der ganzen Wanderwege angeguckt und wo die letzten Campingplätze vor dem National Park sind. Die Landschaft war der wahnsinn, auf der einen Seite Berge, die immer höher wurden und auf der anderen Seite der riesige blaue Te Anau Lake.

Ganz schön viel Landschaft, war das was Fritz dazu einfiel und anders konnte ichs auch nicht beschreiben.

Wir entschieden uns dafür, die erste Nacht am Lake Gunn zu verbringen. Auf der letzten DOC Campsite vor dem National Park. Abends machten wir einen kleinen Spaziergang durch den Wald und direkt an den See. Unser Wein stand schon zum kühlen im Fluss, während wir noch ein bisschen durch die Gegend stromerten.

In Neuseeland gibt es 7, sogenannte Great Walks. Das sind die schönsten und längsten Wanderungen die man hier machen kann. Sie sind alle für 3-7 Tage angesetzt, je nach Fitnessgrad und länge des Walks. Übernachten kann man in Hütten, die sich in bestimmten Abständen verteilt stehen. Alle Hütten müssen jedoch im Vorfeld gebucht und bezahlt werden. Eine Nacht in der Hütte kostet aber leider bis zu 53 Dollar im Mehrbettzimmer und ohne Verpflegung. Das find ich persöhnlich ein bisschen teuer, deswegen haben wir, bis jetzt, immer nur Tageswanderungen gemacht. Die aber oft nicht weniger schön sind und man liegt Abends wieder in seinem eigenen Bett 🙂

Die erste richtige Wanderung machten wir vom Lake Gunn aus. Wir fuhren zum Key Summit Point und wanderten den ersten Teil vom Routeburn Track. Das schöne hier ist, dass fast alle Wege durch das DOC betreut und gepflegt werden. So wird man zum Beispiel bei jedem Einstieg darüber Informiert, welche Wanderungen es gibt, wie lang sie sind, wie lange man braucht und in welcher Beschaffenheit sie sind. So kann jeder für sich entscheiden, welche Wanderung für das jeweilige Fitnesslevel die Richtige ist. Ebenso findet man, wie auch auf den Campsites, überall sehr, sehr saubere Komposttoiletten.

So wanderten wir also zum Key Summit Point. Es war super warm und der erste Teil ging durch die pralle Sonne, zick zack den Berg hinauf. Fritz fands nicht so doll, ich fands super! Als wir dann oben waren gabs den ersten Blick auf die umliegenden Berge und die Landschaft.

Nachdem wir uns mit Blick auf den Lake Marian und umringt von asiatischen Wandergruppen, eine kleine Pause gegönnt hatten, beschlossen wir noch ein bisschen weiter zu laufen. Dazu mussten wir erstmal den Eingang finden, da auf Google Maps manchmal nur kleine Striche sind, die eventuell Wege sein könnten oder halt auch nicht. Wir haben ihn gefunden.

Wir liefen zuerst durch einen kleinen Wald und kamen schließlich auf eine Ebene, die die Aussicht von vorher, nochmal um einiges toppte.

 

Dort oben waren wir komplett alleine. Wo der erste Teil noch voll mit anderen Wanderern und Gruppen war, andenen man sich vorbei schieben musste, war hier niemand mehr. Dieses Phänomen werden wir in den nächsten Wochen aber noch öfter beobachten können. Wir tranken oben einen Kaffee, genossen die Aussicht und die Ruhe. Am Ende waren wir fast 12km unterwegs.

Unser Abenteuer Milford Sound

Wir haben sehr viel über die Sounds in Neuseeland gehört und wir wollten unbedingt dort hin und eine Tour machen. Dass uns das am Ende, ein paar Nerven und unser erstes Knöllchen kosten würde, ahnten wir da noch nicht.

Nach unserer Wanderung wollten wir direkt nach Milford fahren, dort übernachten und am nächsten Morgen mit dem Boot raus. So einfach wars dann aber doch nicht. Denn es stellte sich raus, dass Milford nur aus einem Campingplatz, einen Flugplatz und dem Hafen besteht. Frei stehen, war also ausgeschlossen. Da wir schon ziemlich spät dran waren, fragten wir auf dem Campingplatz nach einem Stellplatz. Leider war der Platz voll und Reserveplätze gabs nicht. Daher wurde uns geraten auf dem öffentlichen Parkplatz zu stehen und da die Nacht für 20 Dollar zu verbringen. Als Nacht zählte die Zeit zwischen 20 und 8 Uhr. Da aber ab 17.00 niemand mehr zu sehen war, verbachten wir die zwei Stunden vorher auch dort… blöde Idee, aber naja.

Für den Sonnenuntergang war es der Platz perfekt!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am nächsten Morgen wechselten wir dann pflichtbewusst um 7:00 den Parkplatz und schaften es dadurch sogar ein Frühstücksboot zu buchen.

Um halb 9, also immernoch viel zu früh, gings los. Ein kurzes Frühstück an Bord und dann standen wir quasi die ganze Zeit draußen und ganz vorne im Boot. Wir fuhren den ganzen Fjord entlang bis aufs offene Meer, vorbei an Pinguinen, Seelöwen und einer Menge Wasserfällen. Das Highlight war aber definitiv als wir mit der Boot direkt unter einen der Wasserfälle gefahren sind. Es war super laut und das eiskalte Spritzwasser war überall, es war ein wahnsinns Gefühl die Gletscherluft einzuatmen und dabei diese Wassermassen zu beobachten. Ich hätte gleich nochmal reinfahren können!

 

 

Zwei Stunden haben wir auf dem Wasser verbracht und es hat sich auf jeden Fall gelohnt! Aber nicht so, dass wir noch eine Nacht bleiben wollten. Wir quälten den Bus also wieder auf die andere Seite des Tunnels und machten uns für die nächste Wanderung bereit.

Wir wanderten noch am gleichen Tag zum Lake Marian. Einem Bergsee umgeben von einer wahnsinns Landschaft. Der Weg war wieder einer dieser Kraxelwege, also über Stock und Stein, Berg hoch und Berg runter, aber die mag zumindest ich am liebsten. Kurz vor dem Ziel, während wir uns noch schwitzende den Berghoch schoben, kam am Berg gegenüber eine Lawine runter…Was für ein Gegegnsatz!

Oben angekommen sind wir erstmal in den See gesprungen…sehr langsam, also springen ist vielleicht auch übertrieben… händewedelnd reingeschlichen trifft es wohl besser. Zumindest bei Fritz traf das zu, ich bin vorher auf einem Stein ausgerutscht und in den See gefallen. Zur Freude aller anderen Wanderer.

Dank meiner triefenden Hose blieben wir also ein bisschen länger oben und genossen die Sonne. Wir quatschten mit ein paar Andern und machten uns dann wieder auf den Weg nach unten. Wir mussten ja schließlich noch den nächsten Campingplatz erreichen.

Viele Kiwis hatten uns empfohlen, auf jeden Fall zu den Mavora Lakes zu fahren und da wir auf dem Weg nach Queenstown quasi daran vorbei kommen würden, wurden sie unser nächster Stop.

Quasi daran vorbei hieß in unserm Fall 30km Gravel Road.

Gravel Road für Außenstehende: alles klappert, alles knarrt, es ist unglaublich laut und das Beste, es staubt überall rein!

Man sitzt also 25km im Auto und versucht nicht zu ersticken und merkt schon auf den ersten 100 Metern ob man daran gedacht hat alles fest zu machen. Zumindest das hatten wir.

Gott sei Dank, waren die Mavora Lakes wirklich schön. Wir standen direkt am Wasser und umgeben von vielen anderen Campern. Die Kiwis wissen auf jeden Fall wie man Campt. Riesige Zelte, bestens ausgestattet, Motorboote, riesige Schwimmringe und Quads. Alles am Start. Man waren wir neidisch, wir mit unseren Jonglierbällen!

Da dachten wir, wir fahren einfach zum Abendessen ordentlich auf. Also machten wir unser erstes Lagerfeuer und kochten darauf. Es gab Stockbrot und Grillgemüse… Spergemüse 🙂

Wir blieben dort ein Paar Tage und taten quasi nichts. Bis wir irgendwann nach Queenstown fahren wollten. Wir waren uns sicher dass wir, wenn wir der „Straße“ nur lang genug folgen, an den Lake Wikatipu kommen und von dort mit der Fähre nach Queenstown können.

Tja falsch gedacht. Zumindest halb. Man kommt auf jeden Fall an den See und zwar nach weiteren 100km Gravel Road. Man endet auch an einer Fährstation. Aber leider an einer etwas anderen.

Wir landeten im  Disneyland für asiatische Farmtouristen.

Wir fuhren mit dem Bus direkt bis vor die Türe…uuh ganz blöd, unser von der Fahrt unglaublich staubige Bus, passte wohl so garnicht in das Bild, denn es kam sofort ein Mitarbeiter angelaufen und sagte uns wir sollten schnell umparken bevor die nächste Fähre anlegt. Was sollen denn die Gäste denken?

Naja, gesagt getan. Dann durften wir uns umsehen und das Wort was am besten passt, ist wohl skuril.

Es gab 6 Schafe, 2 Esel, Schweine, Pferde zum Ponyreiten, Hund, Katzen und natürlich Alpakas. Alles für die perfekte Show. Die Fähre ist ein alterer Dampfer, der für unschlagbare 45 Dollar pro Fahrt, zwischen Disneyland und Queenstown hin und her gurkt. Begrüßt und Verabschiedet werden die Gäste mit winkenden Menschen in lustigen Roben. Skuril. Dann wurde vorgeführt wie Schafe zusammen getrieben werden und anschließend durften Scones gegessen werden oder eines der überteuerten Souveniers gekauft werden.

Leider war uns 90 Dollar um nach Queenstown und zurück zu kommen, etwas zu teuer und für die Hälfte wollten sie uns nicht mitnehmen. Auch nicht mit geschlossenen Augen…

Wir aßen also zwei Eis und machten uns auf den Weg zurück und zu unserer Enttäuschung hatte auch in der vergangenen Stunde niemand die Straße geteert.

Schön wars auf jeden Fall und so hatten wir auch nen guten Grund den Bus mal wieder komplett zu putzen. Innen und außen. Ein bisschen wie damals nachdem wir in Marokko im Sandsturm standen.

Nach Queenstown schafften wir es dann einen Tag später und legten dort erstmal einen Organisations-Tag ein. Wir waren also einkaufen, duschen, tanken, Auto waschen und Pizza essen. Meistens stehen wir an solchen Tagen früh auf um alles möglichst schnell hinter uns zu bringen und gegen Mittag alles erledigt zu haben. Klappt nie! Aucbh an diesem Tag mussten wir uns noch im dunklen einen Stellplatz irgendwo suchen.

tbc.

1 Gedanke zu „Teil 3: Fjordland

  1. Jetzt fehlt noch die Schleife des Nordens der Südinsel mit uns im Schlepptau, und das unmittelbar vor Corona. Es waren wundervolle 4 Wochen!!!!!!

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