Teil 2 „Der südliche Süden“

Am 2. Januar 2020 verließen wir also Dundin, aber nicht ohne uns die Stadt vorher mal genauer anzusehen, hatten wir doch vorher hauptsächlich nur die Baumärkte von innen gesehen.

Zuerst besuchten wir das Otago Museum, das so groß war, dass wir fast noch einen zweiten Tag gebraucht hätten. Wenns was zum mitmachen gibt, brauchen wir halt ewig!

 

Dann schauten wir uns auch noch das Settlers Museum im alten Bahnhof am. „Alter Bahnhof“ deswegen, weil es in Neuseeland quasi keinen Personentransport auf Schienen mehr giebt. Die Bahnhöfe sind zwar in vielen Städten noch erhalten (und der in Dunedin ist einer der Schönsten) aber nur für Touristen fahrten und den Transport von Gütern.

Das Settlers Museum ist eines der besten die wir bis jetzt hier gesehen haben. Modern, interessant und umsonst. Auch hier verbrachten wir fast einen ganzen Tag, weil wir warscheinlich einige der Wenigen sind, die versuchen alles zu lessen und gesehen zu haben.

Kurzer Geschichtsexkurs:

Neuseeland wurde um 1280 von den Polynesiern, den späteren Maori entdeckt. Die Maori gaben dem Land den Namen Aotearoa „Land der Langen Weißen Wolke“

Der erste Europäer an Neuseelands Küste war ein Niederländer namens Abel Tasman. Er verbrachte einige Zeit vor der Küste im Westen. Als er dann eines Tages versuchen wollte, an der heutigen Golden Bay an Land zu gehen , traff er dort auf einen Stamm der Maori. Diese brachten sein Vorhaben vorzeitig und blutig zuende, worauf hin er, ohne jemals einen Fuss auf das Land gesetzt zu haben, davon segelte.

Erst 1769 /70 traf wieder ein Europäer in Neuseeland ein. Dem Engländer James Cook gelang es auch erstmals Annäherungsversuche an die Maori zu machen und später auch mit ihnen über den Besitz des Landes zu verhandeln.

Nur ein paar Wochen trafen auch die Franzosen auf der Südinsel ein und machten es sich auf der Banks Peninsula (Akaroa) gemütlich. Sie bestritten ihren Lebensunterhalt hauptsächlich durch die Fischerei und den Wahlfang.

1840 zeigten die Franzosen tatsächliche Bestrebungen auf der Südinsel eine Kolonie zu gründen. Die Engländer beeilten sich darauf hin, alle Unstimmigkeiten mit den Maori aus der Welt zu schaffen.

Am 6. Februar 1840 versammelte William Hobson also zahlreiche Maori Häuptlinge in der Nähe von Waitangi. Dort wurde dann der bis heute bestehende Vertrag von Waitangi unterschrieben und die Geburtsstunde des heutigen Neuseelands besiegelt.

Seit dem ist Neuseeland also mit der Britischen Krone verbunden. Das musste dann nur noch an die Franzosen, vor der Küste Akaroas, herangetragen werden…zu spät.

Zurück zu unseren Tagen in Dunedin. Den 30.Dezember 2019 verbrachten wir den ganzen Tag am Strand. Das Wetter war zwar nicht so dolle, aber die Aussicht super. Außerdem konnten wir von da aus auch nochmal einkaufen und Wasser auffüllen, als Vorbereitung für die kommenden Tage.

An Silvester waren wir dann bei meinen Chefs von Glenfallochs eingeladen. Das war der beste Abschluss den wir uns vorstellen konnten. Zusammen mit lieben Leuten, gutem Essen, Gesellschaftsspielen und ein bisschen Alkohol verbrachten wir den Abend und feierten ins neue Jahr hinein.

An Neujahr schliefen wir aus unerfindlichen Gründen dann bis 3 uhr Nachmittags, lernten wie man poschierte Eier macht und fuhren dann nach Taiaroa Head zum Albatross und Blue Penguin Center.

Dort hatten wir zuerst die Chance die einzige, an Land brütende Albatross Kollonie der Welt zu beobachten.

Bei Einbruch der Nacht, durften wir dann dabei sein, als die kleinen Pinguine von ihrem anstrengenden Tag auf See, an den Strand zurück kehrten. Die Pinguine kommen in kleinen Gruppen zurück an Land, wo sie teilweise noch am Strand auf andere Familienmitglieder warten. Es kommen natürlich nicht immer alle zurück, das Meer ist gefährlich. Manche Pinguine warten also Abends auch vergeblich. Meistens schaffen sie es aber und dann ist die Wiedersehensfreunde  deutlich hörbar. Und Pinguine machen wirklich seltsame Geräusche 🙂

Leaving Dunedin

Anfang Januar gings dann endlich los!

Wir waren so heiß darauf endlich loszufahren, den Bus auszuprobieren, an Orten zu stehen wo keine anderen Menschen sind  und einfach aus der Stadt raus zu kommen. Wohin genau wir wollten, wussten wir noch nicht. Wir wussten nur, dass wir auf jeden Fall in Inverkargill vorbei müssen.

Auf dem Weg dort hin hangelten wir uns nach und nach die Küste runter.

Erster Halt Nugget Point und die erste Nacht, tja, irgendwo im wunderschönen Nirgendwo.

     

Wir fingen, wie schon in der Feuerwehr, an unser Brot zu backen und lebten uns auch sonst schnell ein. Was ist ein Anzeichen dafür, dass man schonmal in einem Bus gewohnt hat? Das bei der ersten Fahrt nicht alles durch die Gegen fliegt.

Schon auf dem kleinen Stück, was wir bis dahin gesehen hatten konnte man erkennen, dass Neuseeland Landschaftlich unfassbar aufregend und abwechselungsreich werden wird. Berge, die bis ans Meer reichen, Urwälder, Weiten und Vogel, die die verrücktesten Melodien singen.

Dann machten wir unseren kleinen Abstecher zum südlichsten Punkt des südlichen Festlandes. Im Nachhinein würden wir sagen, ein langweiliger Ort bei gutem Wetter. Eine Säule und ein Schild an einer Klippe…

Als wir da waren, war das Wetter aber nicht gut, sondern stürmisch und zwar richtig…

So wars auf jeden Fall ein sehr lustiger, nasser, ja quasi umwehender Ausflug. Die Wellen schlugen weit über die Klippen hinaus und bei dem Wind konnten wir uns kaum auf den Beinen halten. So wurde es doch ziemlich lustig da unten. Schön ist es, wenn man sich danach wieder vors Feuer kuscheln kann um sich aufzuwärmen.

In Invercargill waren wir später auf den Spuren Burt Munroes unterwegs. Wenn ihr bis jetzt noch nie „The World fastest Indian“ gesehen habt, solltet ihr das bald nachholen. Burt Munroe kommt ursprünglich aus Invercargill, doch seinen Rekord stellte er 1967 in der großen Salzwüste bei Bonneville in den USA  auf. Zu diesem Zeitpunkt war Munroe schon 68 Jahre alt. Seine Maschine kann man mitlerweile bei E. Hayes und Sons in Invercargill bestaunen, neben vielen anderen neuen und alten Dingen.

 

In den nächsten Tagen besuchten wir einen Bekannten in Tuatapere und verabschiedeten wir uns erstmal vom Meer und hangelten uns von See zu See.

Hier in Neuseeland, gibt es neben den normalen Campingplätzen viele Plätze die vom Department of Conservation geführt werden. Das sind sehr einfache, aber meistens sehr schön gelegene Plätze, die immer mit Toiletten und mind. einem Wasserhahn ausgestattet sind. Ein paar davon sind kostenlos und der Rest kostet zwischen 8 und 15 Dollar pro Person. Wir versuchen wie immer die meiste Zeit frei zu stehen, aber vorallem in den vielen National Parks ist das oft nicht erlaubt. Die DOC Plätze sind auf jeden Fall eine super Alternative zu normalen Campingplätzen, da diese meistens völlig überteuert sind und dafür, dass man Self Contained ist, sowieso unnötig.

Self Contained ist ein Van dann, wenn man eine Toilette, einen Frisch- und einen Abwassertank hat. Damit darf man an deutlich mehr Orten frei stehen.

In Neuseelansd ist es auch deutlich einfacher an z.B. eine Lizenz zum Fischen zu kommen. Nachdem wir oft an Seen gestanden haben, hat sich Fritz erstmal eine Angel und einen Schein gekauft. Ja genau, einfach gekauft. Dann bekommt man ne Broschüre und seinen Schein und dann darf man loslegen. Normalerweise isst Fritz kein Fleisch, aber für ihn ist es ok, wenn er weiß wie das Tier gelebt hat und er es selber gefangen und getötet hat.

Leider wollte sich noch kein Fisch von Fritz fangen lassen…also Fischers Fritze hatte noch kein Glück und wir somit auch noch keinen Fisch zum Abendessen. Aber wir haben an sehr schönen Seen gestanden 🙂

 

Da wos uns gefiel blieben wir länger, sind spazieren gegangen, haben gelesen und gegessen bis uns die Vorräte ausgingen. Auch das Wetter wurde immer besser und so konnten wir dann auch anfangen etwas längere Wanderungen zu machen. Zu Fritzis Leidwesen 😉

Aber von Oben hat man doch immer einen besseren Ausblick, als vom Parkplatz aus. Auch wenn man dafür 3 Stunden durch den Wald kraxeln muss!

 

 

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