Reise, Reise…

Am 28.10.2017 ging unsere Reise los. Wir hatten aber noch einige nette Menschen auf der Liste, die wir besuchen wollten. So fuhren wir über Neuenwalde an der Nordsee, Nordhause im Südharz und Ulm, richtung Ziehlschlacht in der Schweiz. Dort verbrachten wir noch 2 schöne Wochen, in denen unter anderem noch die Heizung in Gang gebracht und ein Druckluftschlauch angebracht werden konnten. Mitte November verabschiedeten wir uns auch dort, nachdem uns der Schnee eingeholt hatte und waren von dort an auf uns alleine gestellt. 

Wir fuhren über die Alpen, ins Tessin. Auf dem Weg dort hin, wurden die Berge natürlich immer höher und auch der Schnee nahm zu. Die Feuerwehr lief jedoch ohne Probleme. Nicht schnell, also garnicht schnell, aber auch im 3. Gang erklimmt man die Alpen. 

Tessin: Das Tessin ist wunderschön, ein paar Kilometer vom Lago Maggiore entfernt liegt Intragna. Dort standen wir 3 Nächte und hatten die Möglichkeit uns ein bisschen umzusehen. Typisch für die Region sind vorallem die kleinen Steinhäuser, bei denen auch das Dach nur aus verschiedenen, versetzt übereinander gelegten Steinplatten besteht. Wir wanderten in der Sonne durch die Wälder, vorbei an Wasserfällen und durch kleine Dörfer. Morgens frühstückten wir mit Blick auf die Schneebedeckten Alpen. 

Von dort aus fuhren wir am Ufer des Lago Maggiore vorbei, immer richtung Süden. Nachdem wir die italienische Grenze hinter uns gelassen hatten, trauten wir uns sogar wieder zu tanken und einzukaufen. Die Schweiz ist in der Hinsicht einfach unglaublich teuer, wenn man nicht gerade dort arbeitet. Apropos einkaufen, wir kochen eigentlich ausschließlich „zu hause“, dafür unterscheiden sich unsere Einkäufe quasi nicht von denen in Deutschland, außer der wir zum Teil unmengen an Trinkwasser kaufen. Aber auch das gibt es zu genüge in großen 8 l. Kanistern. Mal abgesehen davon, dass es deutlich günstiger ist, bietet die Feuerwehr auch quasi mehr Kochkomfort als Fritz und ich je vorher in einer unserer Wohnungen hatten. Das muss man dann auch ausnutzen 😀

Alessandria: Dort verbrachten wir die erste Nacht in Italien, irgendwo auf einem großen Parklplatz. Nicht besonders schön, aber kostenlos. Wir liefen abends ein bisschen durch die Altstadt, die soweit ganz schön war. Leider konnten wir die Citadelle nicht mehr besuchen, da wir etwas spät dran waren. Diese wäre mit sicherheit interessant gewesen.

Am nächsten Tag fuhren wir aus Alessandria los, mit dem festen Plan an diesem Tag das Mittelmeer zu erreichen. Die Fahrt bis nach Genova führte uns hauptsächlich über die Autobahn und durch Tunnel. Da Italien nicht unbedingt Teil unserer Reise sein sollt, verzichteten wir darauf die Feuerwehr über die kleinen Dörfer zu quälen. Nach etwa 2 Stunden war es dann soweit, wir konnten das  Meer sehen 🙂 

Wir wollten uns dann auch so schnell nicht mehr trennen. Daher fuhren wir von der Autobahn ab und benutzen statt dessen die Küstenstraße, die im Grunde fast bis zur spanischen Grenze führen würde. Mit dem Blick aufs Meer ging es dann bis nach Finale Legure kurz vor der französischen Grenze. 

Finale Legure/Savona: In Finale Legure vebrachten wir dann unsere 2 Nacht. Haben aber diese Stadt nur ausgesucht, weil wir bei heraus fahren einen kleinen Wohnmobilstellplatz entdeckt hatten. Da wir nicht wussten was noch kommt, entschieden wir dort zu bleiben und am morgen einen perfekten Platz für den Sonnenaufgang zu haben. Wir stellten also ab und entdeckten dann erst, dass wir für unsere 16€ weder Toiletten noch Strom hatten…ob wohl es Toilettenhäusschen gab…Nebensaison halt. Aus trotz haben wir dann erstmal unseren Wassertank übervoll gemacht und als die Luft rein, war versucht in die Toiletten zu kommen. Und siehe da, es ist immer gut einen Vierkantschlüssel dabei zu haben. Nach dem diese „Probleme“ dann gelöst waren, sind wir noch etwas durch die Stadt geschlendert. Wie viele der Städte dort, hatte auch Finale Legure einen schönen Strand, eine kleine Altstadt und eine sehr schöne Kirche. Generell ist aber in der Nebensaison quasi nichts los und es gibt deutlich schönere Städte. So hatten wir am Tag vorher einen Abstecher nach Savona gemacht um dort über den Markt zu gehen, den wir beim durchfahren der Stadt entdeckt hatten. Wir parkten etwas außerhalb und fuhren mit den Rädern hinein. Savona ist eine schöne Stadt mit einem neuen und einem älteren Teil, die beide wirklich sehenswert sind. Sie werden durch einen Fluss geteilt, sind aber perfekt zu erreichen. Ich glaube wenn man Lust dazu hätte, könnte man schon ein paar Tage dort verbringen. Da wir aber lieber noch ein paar Kilometer machen wollten, fuhren wir noch ein Stückchen weiter die Küste entlang. Am morgen mussten wir dann, um den Sonnenaufgang zu sehen, nur die Seitentüren an unserem Bett aufmachen um einen perfekten Blick über das Wasser zu haben. 

Den kompletten nächsten Tag verbrachten wir auf der Straße. Die Route führte immer weiter an der Küste vorbei und schlängelte sich dabei typisch Berg auf und Berg ab. Obwohl wir nicht schnell waren, kamen wir gut vorran und konnten dadurch die Aussicht besser genießen als jeder andere.  Wir schafften es an diesem Tag über die französische Grenze bis ans Pic de Cap Roux. Die größeren Städt wie Nizza und Cannes umfuhren wir aber großräumig, da diese Städte allerhöchstens für teure Sportwagen und nicht für wunderschöne, alte Feuerwehrautos gemacht sind. Und so bekamen Fritz Arme auch eine kleine Auszeit vom vielen Serpentinen-lenken.

Pic de Cap Roux: Normalerweise fangen wir immer frühzeitig an uns einen Platz für die Nacht zu suchen. Auf den Küstenstraßen ist das jedoch nicht so einfach. In vielen Kurven gibt es zwar Haltebuchten, aber die sind dann auch wirklich so klein, dass sie nur für einmal Halten reichen. Wir fuhren um einen Berg nach dem anderen, bis sich auf einmal die Landschaft völlig änderte. Es war nicht mehr der einfache Wald der die Straße säumte, sonder riesige rote Felsen und Pinienbäume. Wir wussten sofort das wir die Nacht dort verbringen wollten und hatten, ein paar Buchten später, tatsächlich Glück. Wir fanden einen Parkplatz direkt an der Meerseite einer Kurve, mitten in den Bergen und  mit Sonnenaufgangs- und Untergangsgarantie. 

Dort trafen wir auch auf den Schweizer Roman, der uns sagte, dass er schon ein paar Tage dort stünde und bis jetzt niemand etwas gesagt hat…Perfekt! An diesem Abend tranken wir zusammen ein Bier im Sonnenuntergang und da man von jemandem, mit einem Jahr „on the road“-Erfahrung, noch einiges lernen konnte, ging der Gesprächsstoff nicht so schnell aus. Wir kochten zusammen und tranken selbstgemachten, schweizer Wein. Bis uns dann die vielen Kilometer des Tages (und der Wein) dann doch so langsam ins Bett zogen.

Am nächsten Morgen, dachten wir garnicht erst daran weiter zu fahren. In den roten Felsen gab es genug zu entdecken und ein bisschen Bewegung tat uns auch mal gut. Nachdem wir in Ruhe gefrühstückt hatten und die Haare gewaschen waren, machten wir uns zu dritt auf eine kleine Wanderung. 

Zuerst bahnten wir uns den Weg durch Rosmarinsträucher und Kackteen zu einer Höhle in den Bergen. Leider ging es von dort aus nicht weiter hinauf. Wir mussten also wieder runter und einen anderen Weg finden. Wir fanden den „Weg der Düfte“. Dieser wunderschöne Weg schlängelt sich zwischen den roten Felsen umher, während man gleichzeitig immer wieder die blauen Buchten der Künste sieht. Seinen Namen bekommt dieser Weg aber durch die vielen, natürlich am Wegesrand angesiedelten Kräuter, Pflanzen und Bäume, deren verschiedene Düfte man immer wieder wahr nimmt. Kleine Tafeln erklären dann, was genau man vor sich hat, aber leider nur auf französisch.

Nachdem die Sonne dann so langsam hinter den Wolken verschwand, wurde es kühl und wir marschierten zurück zu den Autos. Auch an diesem Abend gab es wieder einen unglaublichen Sonnenuntergang…ich bin immer wieder überrascht, was für eine Farbenpracht die Natur zu Stande bringen kann.

Durch unser Auto fallen wir auf. Immer wieder halten andere Autos an um uns zu photographieren, egal ob wir gerade drin sind oder nicht. Die meisten zeigen aber wirkliches Interesse und sind begeistert. So kommt man immer wieder mit Menschen ins Gespräch, die einem, unter anderem, gute Tips für die weitere Reise geben können. So haben wir am kurz vor unserer Abreise vom Pic du Cap Roux noch ein französiches Ehepaar kennengelernt, die gerade aus Norwegen zurück kamen. 
Auf deren Empfehlung hin, führte unsere nächste Etappe uns auf die Halbinsel Giens.

Dort kamen wir leider erst im dunklen an, was die Stellplatzsuche deutlich erschwert. Trotzdem fanden wir einen Platz in der Nähe des Tour de Fondue. Dort gab es leider kein Fondue wie wir am nächsten Tag feststellten. Daher schwangen wir uns auf unsere Räder und erkundeten den Rest der Halbinsel. Dabei kamen wir durch das süße Dörfchen Giens und fanden einen National Park, durch den wir fast 2 Stunden gewandert sind und fuhren an die Rue du Sel für die die Gegend eigentlich bekannt war. Dort gibt es einen Strand an dem sich die Kite und Windsurfer nur so tummeln und die auf den daran angrenzenden Salzwiesen kann man verschiedene Vogelarten beobachten. Eine wunderschöne gegend zum spazieren und Flamingos beobachten. Darauf hin parkten wir erst einmal um, direkt an den Strand 🙂

3 Gedanken zu „Reise, Reise…

  1. Es freut mich jeden Tag wieder, dass Ihr Euch im roten alten Auto so wohl fühlt und es Euch bisher zuverlässig und sicher dorthin bringt, wo Ihr es wollt. Gute Reise !!! Papa

  2. Hallo ihr zwei ,viele liebe Grüsse aus der kalten ,nassen , und leicht verschneiten Eifel…Wir sind froh das es euch gut geht …erfreuen uns an euren Erlebnissen und Bildern und hoffen das ihr gesund und froh bleibt…Bis bald mal Papa und Chris

  3. Man ey, schon seit ihr in Afrika. Und keine neuen Bilder, Text braucht doch keiner, um sich ein Bild zu machen. Lässt mal was sehen, wir sind neugierig! Und der Neid muss doch genährt werden 🙂

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