Marokko, Nordafrika…in 2 Stunden auf einem anderen Kontinent (Monat 1)

Nach 2 Monaten entlang der Mittelmeerküste haben wir es am 20.12.2017 nach Algeciras geschafft. Spanien hat uns unglaublich gut gefallen, die Strände, die Berge, die Städte. Mit so vielen abwechslungsreichen Landschaften hatten wir nicht gerechnet. 

Trotzdem freuen wir uns jetzt auf die Abenteuer auf der anderen Seite der Straße von Gibraltar.

Wir haben in Spanien viele nette Menschen kennengelernt, die uns wertvolle Tipps von ihren Reisen geben konnten. Viele waren aber auch auf dem Weg in die gleiche Richtung wie wir. So wie Sabrina und Oli, die uns einfach von der Straße gewunken haben, um mit uns zu Quatschen. Wir beschlossen uns zur gemeinsamen Überfahrt zu verabreden und die ersten Meter in Marokko zusammen zu fahren.

Die Fährabfertigung ging easy und relativ schnell. Die Tickets haben wir bei Carlos gekauft, so wie es uns jeder gesagt hat 🙂 Das Visum bekommt man direkt auf der Fähre und anschließend kann man auf dem Deck genießen, wie auf der einen Seite der Felsen von Gibraltar kleiner wird und auf der anderen die Berge von Marokko immer größer.

Auf der Fähre haben wir noch ein Paar weitere Deutsche mit Reisemobilen kennengelernt, die genau wie wir, die erste Nacht in Asilah verbringen wollten. Wir trafen uns alle nach dem Zoll und fuhren gemeinsam in die Kleinstadt am Atlantik.

Nachdem wir quasi direkt am Hafen geparkt hatten sind wir durch die Medina von Asilah spaziert und haben abends zusammen gekocht und einen netten Abend mit ein paar Bier und vielen Reisegeschichten verbracht.

Die Medina ist quasi die Altstadt in vielen Städten. Sie sind meistens ursprünglicher als der Rest der Stadt, beheimaten viele handwerliche Geschäfte und kleine Cafés.

Auf Grund der verschiedenen Reiseziele, splittete sich unsere Gruppe am Morgen vorerst wieder. Wir fuhren auf dem Landweg nach Moulay Bousselham, einem kleinen Fischerdörfchen. Dort fanden wir einen Campingplatz direkt am Wasser, den wir erstmal nutzten um uns an Marokko zu gewöhnen und am ersten Tag einen ausgiebigen Hausputz zu machen.

Den 24.12. verbrachten wir am Strand in der Sonne und auf dem Markt. Auch wenn die Sonne uns teilweise wirklich zum schwitzen bringt, ist es zum Schwimmen leider zu kalt. Der Atlantik ist eiskalt und da reicht es wenn man mal die Füße rein hält. (Bis jetzt…) Auf dem Markt kauften wir die letzten Dinge die uns für unser Weihnachtsessen fehlten, also Gemüse, Eier, Oliven und Brot. Für alles zusammen bezahlten wir unschlagbar günstige 3€. Am Abend gab es dann traditionell, Semmelknödel mit Rotkohl und Salat. Keine Geschenke, ein kleiner Tannenbaum aus Strandgut und am Ende Wein am Lagerfeuer 🙂

Nachdem Fritz dann einen Tag mit seiner alljährlichen Weihnachtserkältung flachgelegen hat, ging es für uns in Richtung Rabat.

Rabat ist Marokkos Hauptstadt, beherbergt viele historische Stätten, das Parlament und den Palast des amtierenden Königs Mohammed VI. Wir hatten glücklicherweise die Möglichkeit bei einer marokkanischen Familie direkt im Stadtkern zu wohnen. Unseren Bussi durften wir in einem Park, mitten in der Stadt abstellen, der gerade renoviert wird. Dank der Security und der guten Kontakte Lamyaes, mussten wir uns 2 Nächte lang keine Gedanken machen. Gastfreundschaft wird in Marokko wirklich groß geschrieben. Wir wurden mit leckerem Essen überhäuft, durften mit im Haus schlafen und wurden durch die ganze Stadt geführt. Haben mit den Kindern gespielt und unglaublich viel über die Stadt gelernt. Rabat ist einen fast europäische Stadt. Man ist sehr stolz auf Anschaffungen wie die Tramline vor 2 Jahren und in der ganzen Stadt werden Plätze, Parks, Brücken usw. renoviert um der Stadt einen neuen Glanz zu geben und um sich weiter zu entwickeln, ohne den alten Charme zu verlieren. Wir hatten 3 wirklich schöne Tage!

Bei Lamyae durfte Fritz sogar den Thé verteilen. 

Von Rabat aus, machten wir uns auf den Weg richtung Ouzoud. In der 2. Nacht stellten wir uns an einen Oliven Hain und dachten wir hätten unsere Ruhe. Leider hatten wir das Pech,  dass uns zwei betrunkene Typen entdeckt hatten, die meinten uns anpöbeln zu müssen. Nach viel hin und her, auf arabisch, französisch, italienisch und englisch, hat uns ein anderer Marokkaner dann inklusive Feuerwehr mit zu sich nach Hause genommen. Wir wurden eingeladen bei ihm und seiner Familie zu essen und zu trinken. Es kamen immer mehr Freunde und Verwandte dazu, einige die perfekt Englisch konnten und am Ende waren wir locker 10 Personen. Das Highlight war auf jeden Fall als man die Deutschen in die Traditionellen Kleider der Marokkaner steckte…ach moment, wir sind ja die Deutschen.

So nett und herzlich zu fremden Menschen zu sein ist nicht selbstverständlich. Wir konnten in der letzten Woche zwei mal am marrokkanischen Familienleben teil haben und sind unglaublich dankbar für die große Hilfe und die kulturübergreifenden, lustigen Unterhaltungen auf mind. 4 Sprachen.

Am nächsten Morgen wurden wir nocheinmal bis oben hin vollgestopft um dann, gut gesättigt, über den Mittleren Atlas zu einem Stausee zu fahren.

Dort verbrachten wir dann Silvester, nur wir beide, ein Hörspiel und ne Flasche Sekt 🙂

In diesem Sinne, nochmal allen ein frohes neues Jahr 2018!!

Vom Stausee ging es für uns dann auf die letzte Etappe zu den Wasserfällen nach Ouzoud. Dort wollten wir uns dann wieder mit Oli und Sabrina treffen und gemeinsam auf Jane’s Traumschiff-Wallhalla-Hügel zu stehen.

Jane ist Deutsche und wohnt seit 12 Jahren mit ihren Kindern auf dem Hügel in der Nähe von Ouzoud. Die Anfahrt ist ein bisschen holprig, aber dann befindet man sich zwischen roten Bergen in völliger Ruhe. Wir wussten direkt das wir ein bisschen länger bleiben würden. Wir besuchten die Wasserfälle und den Souk in Ouzoud und am zweiten Tag saßen wir in der Sonne, backten Muffins und liesen uns Dreadlocks machen. Umgeben von Natur und ohne stöhrende Städte die ihren Lichtsmok in den Himmel projizieren, waren die Sterne am Nachthimmel unfassbar hell und man konnte die Milchstraße deutlich sehen. Unglaublich!

Als es am dritten Tag anfing zu regnen, hätten wir uns denken können, dass das Probleme geben könnte. Der Lehmboden auf dem wir standen sog sich immer voller und selbst wir und die Hunde sanken schon leicht ein…die Feuerwehr wiegt im Moment so um die 5,5 Tonnen. Nur mit Hilfe von Andys Allrad schafften wir es, klitsch nass und voller Lehm, irgendwann tatsächlich doch aus dem Matsch und auf die befestigte Straße. Gedanklich hatten wir uns schon fast darauf eingestellt noch eine Woche bei Jane zu stehen und zu warten bis der Regen aufhört und der Boden wieder trocken ist. Aber so konnten wir dann doch die Reise nach Marrakesch starten.

In Marrakesch verbrachten wir dann eine Nacht auf einem Campingplatz außerhalb der Stadt um uns und die Autos zu waschen. Die darauf folgenden Nächte standen wir dann auf einem Parkplatz direkt am Jemaa el Fna, dem berümtesten Platz in Marrakesch. Den ersten Abend verbrachten wir hauptsächlich im Umkreis des Platzes, wo es etliche Cafés und einen riesigen Souk gibt, wo man von den typischen Souvenirs bis zu Lebensmitteln, alles bekommen kann. Am Abend füllt sich der Platz mit Garküchen, Geschichtenerzählern, Musikern und Schlangenbeschwörern. Ein Spektakel, durch das man sich einfach treiben lassen muss.

In den Tagen darauf besuchten wir den Parlais de la Bahia und den El Badi Palast. Einer der beiden Paläste ist mittlerweile nur noch eine Ruine, da viele der Häuser innerhalb der Mauern, vom König in den Palast nach Meknes gebracht wurden, um diesen dort zu schmücken. Der andere ist im Gegenteil dazu, sehr gut erhalten und mit aufwendigen Mosaiken, Malereinen und Entarsien geschmückt. Wunderschön!

Von Marrakesch aus zog es uns so langsam wieder Richtung Meer. Wir fuhren in einem durch nach Essaouira. Essaouira ist eine Kleinstadt an der Atlantikküste, Fischerdorf und ehemalige Hippie-Hochburg. Die weiß-blaue Medina ist unschlossen von einer Befestigungsmauer, auf der heute noch alte Messingkanonen zu finden sind. Man kann entspannt durch die Stadt bummeln, schöne kleine Läden besuchen, im Hafen frischen Fisch kaufen und auf dem Souk alles lebensnotwendige besorgen (außer man braucht eine Axt, die findet man nicht). Wir fanden die Stadt unglaublich angenehm und entspannt, nach dem Großstadttrubel Marrakeschs. In Marokko ist es auf den Campingplätzen auch immer etwas entspannter…Quasi in jeder hinsicht. Man kann keine perfekte Sauberkeit und immer heiße Duschen erwarten, dafür darf man aber meistens auch machen was man will z.B.Lagerfeuer, egal wo, auch mitten auf dem Platz. So kam es, dass wir in Essaouira unsere erste Tajine auf dem Feuer gemacht haben 🙂

Fritz und Ich blieben einen Tag länger in Essaouira als geplant, verbrachten danach eine Nacht zwischen Dünen direkt am Meer und trafen uns dann in Tamri mit allen anderen wieder. Durch Max und Selma, die wir in Essaouira kennen lernten und Matthias und Klara die die anderen in Imsuane trafen, bestand unser Convoy nun aus 5 Selbstumbauten. Mit dieser Truppe machten wir uns dann auf, um durch Paradies Valley zu fahren. Und mal wieder hatten wir die Landschaft unterschätzt 🙂

Nachdem wir 2 Nächte dort verbracht hatten, zog es uns beide doch wieder Richtung Meer (wie immer). Wir fuhren noch das letzte Stück durchs Valley und deckten uns wieder mit Gemüse und Wasser ein. Anschließend trafen wir uns mit Selma und Max am Strand in Taghazout. Wir fanden einen tollen Platz, umsonst und direkt am Meer. Somit verbrachten wir die letzten Tage unseres ersten Monats in Marokko, ganz gechillt am Strand, bei bestem Wetter, mit Lagerfeuer und gutem Essen. Und so ergab es sich auch, dass wir es nach 3 Monaten entlang des Meeres, endlich schafften, mit Badehose und Bikini in Meer zu gehen.

2 Gedanken zu „Marokko, Nordafrika…in 2 Stunden auf einem anderen Kontinent (Monat 1)

  1. ein gesundes neues Jahr wünsche ich Euch. Und immer genügend BAR auf den Reifen 🙂
    Schön, dass Ihr immer wieder Gastfreundschaft findet und die annehmt. – Gute Weiter-Reise und bis bald, wir werden Euch besuchen in Marrakesch

  2. HALLO IHR ZWEI!
    Karl hat mir von Eurer Reise erzählt und mir diese Homepage gezeigt!
    Echt COOL!
    Das ist echtes LEBEN und so möchte ich eines Tages auch mit meinem alten Sprinter unterwegs sein!
    Ich werde Eure Beiträge verfolgen und wünsche GESUNDHEIT und noch viele positive Erlebnisse!
    Grüße aus der Eifel
    Udo

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