Kurzes Corona Update

Hallo ihr Lieben,

auch wir befinden uns hier in Neuseeland seit einer Woche im Lockdown. Das heißt, dass es uns gerade nicht erlaubt ist zu reisen und uns nur zum Einkaufen aus dem Haus bewegen dürfen. Also im Grunde wie in Deutschland auch.

Nur das wir hier nur 48 Stunden Zeit hatten uns darauf einzustellen.

Wir waren gerade auf dem Weg uns in Blenheim mit jemandem zu treffen, der Fritz einen Job als Truckfahrer anbieten wollte, als es hieß: „Morgen Abend müsst ihr irgendwo sein, wo ihr für die nächsten 4 Wochen bleiben könnt.“

Fritz musste aber am nächsten Tag erstmal zum Probearbeiten. Darauf mussten wir warten, bevor wir uns eine Bleibe suchen konnten. Da wussten wir aber auch noch nicht, dass auch viele Campingplätze zumachen warden.

Fritz bekam den Job und wir fingen an zu suchen. Da waren aber die meisten, noch offenen Plätze schon zu, bzw. wollten die Besitzer keine Camper mehr aufnehmen, um das Risiko einer Ansteckung gering zu halten.

Auch die Toiletten des Parkplatzes auf dem wir bis dahin standen, wurden geschlossen, kurz nachdem uns die Polizei noch sagte, dass wir dort stehen bleiben dürfen. Wir haben zwar eine Toilette im Bus, aber auch die muss irgendwo ausgeleert warden und rumfahren darf man ja nicht. Eine Lösung für die Dusche konnten wir garnicht ausmachen, außer im Herbst, draußen, kalt Duschen.

Die letzte Möglichkeit bestand dann darin, in der Blenheim Facebook Gruppe nach einem Platz und einer Dusche zu Fragen. Darauf hin kamen dann ein Paar seltsame Antworten von Menschen die das Problem nicht wirklich verstanden hatten. Von „Ihr sollt nicht reisen!“ (Deswegen frage ich nach einem STELLplatz!) bis hin zu „Geht doch im Fitnesstudio duschen!“ war alles dabei.

Aber naja, wir haben auch nette Nachrichten bekommen. Unter anderem von Mike und Chris, die schon am Tag vorher einem belgischen Pärchen die Türen ihres Mietshauses aufgeschlossen hatten. Wir durften also dazuziehen! Jetzt stehen wir mit dem Bus in der Einfahrt, sind am Stromnetz angeschlossen, haben WLAN und ein eigenes, großes, warmes Bad. Wir bewohnen jetzt also mit 4 Personen ein eigenes Haus, was mehr ist, als wir je wollten. Aber es fühlt sich so gut an, eine Sicherheit in dieser komischen Zeit zu haben.

Fritz arbeitet von Morgens früh bis Abends als Truckdriver in der Weinernte. Er hat wirklich spaß und schiebt ordentlich Stunden. Um für mich einen Job zu suchen, hat die Zeit leider nicht mehr gereicht. Die Weinernte war schon angelauf und die Restaurants haben alle zu. Verständlich. Ich hoffe immernoch, das sich die Situation irgendwann etwas entspannt und ich auch wieder arbeiten gehen kann. So fühle ich mich ein bisschen unnütz, aber habe natürlich jetzt viel Zeit um an anderen Dingen zu arbeiten. Also an meinen spanisch Künsten, am Jonglieren, an der Fitness und natürlich am Blog zu arbeiten und euch mal wieder auf den neusten Stand zu bringen.

Nach Hause zu fliegen, war im Grunde nie wirklich eine Option für uns. Klar, in solchen Zeiten, in für alle so ernsten Zeiten, hat man irgendwie schon das Bedürfniss bei seiner Familie und seinen Freunden zu sein. Aber was könnten wir wirklich ausrichten? Wir dürften unsere Omis nicht sehen, hätten kein direktes Zuhause, geschweige denn einen Job. Hier haben wir den Bus, den wir so schnell niemals verkauft bekämen, zumindest einer von uns arbeitet und unser Visum läuft noch 7 Monate. Die Chancen stehen also gut, dass wir das Ganze hier (hoffentlich) ohne großen, finanziellen Verlust aussitzen können.

Es ist aber trotzdem ein seltsames Gefühl, nicht mehr so schnell Zuhause sein zu können, wie sonst und uns auch hier nicht mehr frei bewegen zu können.

Aber Dank WhatsApp können wir mit allen in Kontakt stehen und ich hab sogar das Gefühl, dass man vllt sogar jetzt ein bisschen öfter Zuhause anruft und auch seine Freunde viel öfter, wenn auch nur durchs Telefon, sieht. Es ist schön zu wissen, dass es auch auf die Entfernung und mit der Zeitverschiebung, trotzdem möglich ist alle zu sehen und auch die Bereitschaft dazu da ist.

Dazu erstmal Danke, an unser Familien und unsere Freunde die, auch nach 3 Jahren, immernoch da sind und hinter uns stehen! Das ist nicht selbstferständlich und das wissen wir! Danke!

Ich hatte irgendwie das Bedürfnis, zur aktuellen Situation etwas zu schreiben und euch auf dem Laufenden zu halten. Auch in den nächsten Wochen werde ich versuchen, den Blog auf Vorderman zu bringen!

Viel Spaß beim Lesen und Kommentieren,

Jule

Die Marlborough Weinregion. Dort leben wir jetzt!

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